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Chalkaholics

Kletterziel-Rechner

Plane den Weg zu deinem nächsten Klettergrad mit der Grad-Pyramide: wie viele Begehungen je Stufe — und warum eine seriöse Zeitprognose nicht möglich ist.

Stand: 26. Juli 2026

Disziplin

Der Grad, den du als Nächstes erreichen willst — nicht der, den du heute schon kletterst.

Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus der Trainingspraxis, keine Messergebnisse. Nimm die Form, die zu deiner Zeit und zum Angebot deiner Halle passt.

Dein Plan

GradRolleBegehungengeschafftoffen
6CZiel11
6B+Projekte22
6BVolumen44
6A+Basis88

Begehungen insgesamt

15

Noch offen

15

0 von 15 Begehungen sind eingetragen.

Zählt Begehungen der letzten zwölf Monate.

In der Fontainebleau-Skala ist eine Stufe ein halber Grad (6A → 6A+).

Der Rechner nennt bewusst keine Zeitspanne. Wie lange eine Stufe dauert, hängt von Trainingsalter, Häufigkeit, Technik, Verletzungen und Routenangebot ab — belastbare Daten dazu gibt es nicht.

Was die Grad-Pyramide ist

Die Grad-Pyramide beschreibt, wie sich deine Begehungen auf die Grade verteilen sollten, damit ein neuer Grad nicht auf einem einzelnen Glückstreffer steht. Oben steht das Ziel mit einer Begehung, darunter liegen die Stufen mit jeweils mehr Begehungen. Von unten nach oben gelesen: Erst die Breite, dann die Spitze.

Der Grundgedanke ist einfach. Ein einzelner Boulder im Zielgrad kann genau zu deinen Stärken passen — eine schlecht gesetzte Bewertung, ein Griff, der dir liegt, ein Tag mit guten Bedingungen. Acht Begehungen zwei Stufen darunter lassen sich dagegen nicht durch Zufall erklären. Die Pyramide misst also nicht, was einmal geklappt hat, sondern was du zuverlässig kannst.

Woher die Zahlen stammen

Formuliert haben den Gedanken Dale Goddard und Udo Neumann 1993 in Performance Rock Climbing: Die Verbesserung schreite dann am besten voran, wenn die Schwierigkeiten der bereits gekletterten Routen eine stabile Pyramide bilden. Das ist eine Erfahrungsaussage, keine Messung — und sie enthält noch keine Stückzahlen.

Die bekannteste Zahlenreihe ist 8 – 4 – 2 – 1, also eine Verdopplung je Stufe nach unten. Power Company Climbing schreibt sie den Trainingsbüchern von Eric Hörst zu und nennt zwölf Monate als Zeitraum, über den gezählt wird. The Front Climbing Club beschreibt dieselbe Reihe als Verhältnis von zwei zu eins zwischen benachbarten Stufen und empfiehlt, die Basis auf einem Grad zu wählen, den man verlässlich klettert. Touchstone Climbing zeigt eine breitere Variante mit acht, sechs, vier, zwei und einer Begehung.

Die Zahlen gehen also auseinander — und das ist der eigentliche Befund. Power Company Climbing rät in einem späteren Beitrag ausdrücklich von festen Verhältniszahlen ab und hält die Vielfalt der Begehungen für wichtiger als ihre Stückzahl: Je weiter eine Stufe unter dem Ziel liegt, desto unterschiedlicher sollten die Routen sein. Der Trainer Jesse Firestone nennt gar keine allgemeingültigen Zahlen, weil sie vom Routenangebot, von der Motivation und den Bedingungen abhängen; er empfiehlt, klein anzufangen und die Pyramide jede Saison nachzujustieren.

Deshalb bietet der Rechner drei Formen an und keine einzige „richtige“. Nimm sie als Rahmen, nicht als Vorschrift.

Warum hier keine Zeitangabe steht

Die häufigste Frage an einen Zielrechner lautet: Wie lange dauert das? Auf diese Frage gibt es keine seriöse Antwort. Was im Netz kursiert, sind Einzelfallberichte — jemand hat nach vier Jahren den ersten siebten Grad geklettert, jemand anderes nach einem. Daraus lässt sich kein Durchschnitt bilden, weil niemand die Ausgangslage, die Trainingshäufigkeit und das Verletzungsgeschehen mit erhoben hat.

Eine Wochenzahl auszugeben wäre technisch leicht und inhaltlich erfunden. Der Rechner zählt deshalb Begehungen. Die kannst du beeinflussen, und sie sagen dir jederzeit, wie weit du bist.

So nutzt du den Plan

Zähle nur Begehungen aus den letzten zwölf Monaten. Was zwei Jahre zurückliegt, sagt über deine heutige Form wenig aus. Rechne alles mit, was du sauber durchgestiegen bist — im Vorstieg, im Nachstieg oder als Boulder von unten nach oben, je nachdem, welche Disziplin du gerade planst.

Achte an der Basis auf Vielfalt statt auf Wiederholung. Acht Routen desselben Wandwinkels mit denselben Griffarten füllen zwar die Zeile, bereiten aber schlecht auf ein Projekt vor, das genau anders aussieht. Steil und flach, Leisten und Slopers, Kraft und Technik — die Breite der Basis ist wörtlich gemeint.

Und behandle das Ergebnis als beweglich. Wenn die Pyramide schneller voll wird als gedacht, setz das Ziel höher, statt die Liste abzuarbeiten. Wenn sie stockt, ist der Zielgrad womöglich eine Stufe zu hoch angesetzt.

Häufige Fragen

Wie viele Routen brauche ich für den nächsten Klettergrad?
Eine belegte Zahl gibt es nicht. Die verbreitetste Faustregel ist die Grad-Pyramide mit acht Begehungen an der Basis, vier eine Stufe darüber, zwei darüber und einer im Zielgrad. Andere Trainerinnen und Trainer arbeiten mit einer breiteren Basis von acht, sechs, vier, zwei und einer Begehung oder verzichten ganz auf feste Stückzahlen. Die Zahlen stammen aus der Trainingspraxis, nicht aus einer kontrollierten Untersuchung.
Ab wann darf ich einen Grad höher probieren?
Der Gedanke hinter der Pyramide ist nicht, den höheren Grad zu verbieten, sondern das Verhältnis im Blick zu behalten. Wenn du an einem Projekt hängst und darunter kaum etwas steht, fehlt die Grundlage. Wenn die Stufe unter deinem Ziel dagegen gut gefüllt ist, spricht nichts dagegen, parallel am nächsten Grad zu arbeiten. Mehrere Trainer empfehlen ausdrücklich, die Pyramide innerhalb einer Saison anzupassen, statt starr an einer Vorgabe festzuhalten.
Wie lange dauert es, bis ich einen Grad weiterkomme?
Darauf gibt dieser Rechner bewusst keine Antwort. Veröffentlichte Angaben zur Dauer bis zu einem bestimmten Grad sind Einzelfallberichte, keine erhobenen Durchschnittswerte. Trainingsalter, Trainingshäufigkeit, Technik, Verletzungen und das Routenangebot deiner Halle wirken so stark, dass jede Wochenzahl eine Scheingenauigkeit wäre.
Zählen Boulder und Seilrouten zusammen?
Nein. Boulder- und Seilkletterskalen messen unterschiedliche Anforderungen und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Führe für beides eine eigene Pyramide. Der Rechner trennt die Disziplinen deshalb von vornherein.
Ist die Grad-Pyramide wissenschaftlich belegt?
Nein. Sie ist eine Trainingsheuristik. Dale Goddard und Udo Neumann formulierten sie 1993 in Performance Rock Climbing als Erfahrungswert: Die Verbesserung schreite dann am besten voran, wenn die Schwierigkeiten der bereits gekletterten Routen eine stabile Pyramide bilden. Eine Studie, die die konkreten Stückzahlen prüft, ist nicht veröffentlicht. Der Nutzen der Pyramide liegt darin, dass sie Volumen und Vielfalt sichtbar macht — nicht darin, dass sie einen Zeitpunkt vorhersagt.

Die Pyramide führt sich in der App von selbst

Von Hand mitzuzählen hält kaum jemand durch. In Chalkaholics trägst du jede Begehung einmal ein, und die Grad-Pyramide der letzten zwölf Monate baut sich daraus automatisch auf — samt Flashes und der Entwicklung über die Zeit. Du siehst also nicht nur, wo dein Ziel steht, sondern auch, wie stabil es darunter aussieht.

Quellen

Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Veröffentlichungen. Nichts davon ist geschätzt.

  1. Goddard D, Neumann U (1993): Performance Rock Climbing. Stackpole Books, Mechanicsburg. ISBN 978-0-8117-2219-3.Ursprung des Pyramidengedankens: Die Verbesserung schreitet am besten voran, wenn die Schwierigkeiten der bereits gekletterten Routen eine stabile Pyramide bilden.
  2. The Front Climbing Club: Training Pyramids and Why They Rock.Verhältnis 2 : 1 zwischen den Stufen, Form 8 – 4 – 2 – 1 und die Regel, die Basis auf einem Grad zu wählen, den man verlässlich klettert.
  3. Touchstone Climbing: Building a Pyramid for Better Climbing.Beispiel mit breiter Basis (8 – 6 – 4 – 2 – 1) und die Zuordnung des Konzepts zu Goddard und Neumann.
  4. Power Company Climbing: Great Pyramids (2010).Form 8 – 4 – 2 – 1, Zuschreibung an die Trainingsbücher von Eric Hörst und der Zeitraum von zwölf Monaten.
  5. Power Company Climbing: Not All Pyramids are Built the Same (2020).Kritik an festen Verhältniszahlen und das Argument, dass die Vielfalt der Begehungen nach unten hin wichtiger wird als die Stückzahl.
  6. Firestone J (2021): Using route pyramids to build your base.Fehlen allgemeingültiger Stückzahlen, Zeitraum von einer Saison bis zu einem Jahr und die Verschiebung von rund 70 zu 30 auf 30 zu 70 zwischen Basis und Projekt im Saisonverlauf.