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BMI-Rechner fürs Klettern: was die Zahl aussagt

BMI berechnen und einordnen — mit den Grenzen der Kennzahl, den gemessenen Werten von 498 Kletternden und dem, was der Weltverband IFSC daraus gelernt hat.

Stand: 27. Juli 2026

Ohne Schuhe gemessen.

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Die Einteilung im Überblick

Dieselben Grenzen gelten für Frauen und Männer. Sie stammen aus Statistiken über große Bevölkerungsgruppen, nicht aus Untersuchungen an Sportlerinnen und Sportlern.

EinordnungBMI
Untergewichtunter 18,5
Normalgewicht18,5 bis unter 25
Übergewicht25 bis unter 30
Adipositas Grad I30 bis unter 35
Adipositas Grad II35 bis unter 40
Adipositas Grad III40 und mehr

Die Einteilung gilt für Erwachsene. Bei Kindern und Jugendlichen wird das Gewicht mit Perzentilenkurven beurteilt, die Alter und Geschlecht einbeziehen — dafür ist dieser Rechner nicht gemacht.

Warum hier kein Zielgewicht steht

Die meistgesuchte Frage rund um BMI und Klettern lautet, wie leicht man sein sollte. Diese Seite beantwortet sie nicht, und das ist kein Ausweichen. Es gibt schlicht keine Untersuchung, aus der sich ein Zielgewicht für eine einzelne Person ableiten ließe — wohl aber Untersuchungen darüber, was passiert, wenn Kletternde diese Frage ernst nehmen und danach handeln.

In der bislang größten Erhebung dazu wurden 498 Sportkletternde aus 33 Ländern befragt. Ein Ergebnis: Wer besser klettert, hatte im Schnitt einen niedrigeren BMI. Das zweite Ergebnis steht in derselben Veröffentlichung — bei den Frauen der beiden höchsten Leistungsklassen zeigten 42,9 Prozent Anzeichen für ein gestörtes Essverhalten, neun von einundzwanzig. Beide Befunde gehören zusammen. Wer nur den ersten weitergibt, erzählt die Geschichte falsch herum.

Was der BMI misst — und was nicht

Die Rechnung ist denkbar einfach: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Genau daraus folgen aber auch die Grenzen. In die Formel gehen zwei Zahlen ein, und keine davon sagt etwas darüber, woraus dieses Gewicht besteht.

Das österreichische Gesundheitsportal formuliert es deutlich: Der Body-Mass-Index ist als alleinige Maßzahl wenig aussagekräftig. Er blendet die Fettverteilung aus, die Körperzusammensetzung und das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse; Alter und Geschlecht kommen nicht vor. Menschen mit hohem Muskelanteil können einen hohen Wert haben, ohne übergewichtig zu sein. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet den BMI als Hilfsgröße für den Körperfettanteil und verweist darauf, dass für eine Diagnose weitere Messungen nötig sind.

Wie grob die Kennzahl ist, zeigt der Rechner oben nebenbei mit: Bei einer Körpergröße von 175 Zentimetern fällt jedes Gewicht zwischen rund 57 und 76 Kilogramm in denselben Bereich. Zwanzig Kilogramm Unterschied, eine Einordnung. Für eine Statistik über Millionen Menschen reicht diese Auflösung. Für die Frage, ob dein Training gerade zu dir passt, nicht.

Und noch eine Einschränkung, die oft untergeht: Die Einteilung gilt für Erwachsene. Bei Kindern und Jugendlichen wird das Gewicht mit Perzentilenkurven beurteilt, die Alter und Geschlecht einbeziehen. Der Rechner auf dieser Seite ist dafür nicht gemacht.

Was der Weltverband daraus gelernt hat

Der Kletter-Weltverband IFSC hatte allen Grund, sich eine einfache Zahl zu wünschen: Ein Grenzwert wäre schnell geprüft und leicht durchzusetzen. Im früheren Vorgehen gab es ihn auch — 18,5 bei Männern, 17,5 bei Frauen. Wurde er unterschritten, wurden die Athletin oder der Athlet und der nationale Verband informiert.

Im Februar 2024 hat der Verband dieses Vorgehen ersetzt und ist damit der erste internationale Fachverband mit einem umfassenden Regelwerk gegen RED-S. Statt eines einzelnen Werts steht nun ein Verfahren aus mehreren Schritten: Fragebögen zu Energieverfügbarkeit und Essverhalten, Basiswerte wie Größe, Gewicht, Puls und Blutdruck, ein Gesundheitszeugnis des nationalen Verbands, bei Auffälligkeiten weitere Abklärung mit Knochendichtemessung und Blutwerten sowie stichprobenartige Kontrollen bei Wettkämpfen. Fälle mit Verdacht gehen an eine unabhängige Kommission.

Die Begründung des Verbands ist für jede und jeden am Fels dieselbe: Ein einfacher BMI-Wert liefere kein zutreffendes Bild der Gesundheit eines Menschen, und jemanden allein auf dieser Grundlage auszuschließen, wäre ein schwerer Eingriff in seine Rechte. Wenn die Zahl nicht einmal genügt, um über einen Wettkampfstart zu entscheiden, genügt sie erst recht nicht, um über dein Training zu entscheiden.

Wenn dauerhaft zu wenig Energie ankommt

Hinter dem Kürzel RED-S steht ein Begriff des Internationalen Olympischen Komitees: relativer Energiemangel im Sport. Gemeint ist kein Diätfehler, sondern ein Zustand — über längere Zeit steht weniger Energie zur Verfügung, als Training und Grundumsatz verbrauchen. Das Komitee beschreibt daraus folgende gesundheitliche und leistungsbezogene Auswirkungen, und zwar ausdrücklich bei Frauen und bei Männern.

Was dabei auf dem Spiel steht, listet das österreichische Gesundheitsportal für ausgeprägtes Untergewicht auf: verminderte Knochendichte bis hin zur Osteoporose, Veränderungen im Hormonhaushalt und der Regelblutung, ein geschwächtes Immunsystem, Blutarmut, ein verlangsamter Herzschlag. Für einen Sport, in dem Stürze zum Alltag gehören und Sehnen und Ringbänder ohnehin am Limit arbeiten, ist der erste Punkt der unangenehmste.

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung, und ein Rechner stellt keine Diagnose. Wenn dein Wert niedrig ist, du ungewollt abgenommen hast, deine Regelblutung ausbleibt, du dich schlecht erholst oder Gedanken an Essen und Gewicht viel Raum einnehmen: Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt. In Österreich berät die Hotline für Essstörungen der Wiener Gesundheitsförderung anonym und kostenlos unter 0800 20 11 20, Montag bis Donnerstag von 12 bis 17 Uhr, oder per E-Mail an hilfe@essstoerungshotline.at.

Häufige Fragen

Welcher BMI ist zum Klettern ideal?
Dafür gibt es keinen belegten Wert. Was es gibt, sind Messwerte: In einer Erhebung unter 498 Sportkletternden aus 33 Ländern lag der BMI im Mittel bei 22,7, bei den Männern bei 22,9 und bei den Frauen bei 21,9 — jeweils mit einer Streuung von rund 2,5 Punkten. Das ist der Durchschnitt einer Gruppe und keine Vorgabe für eine einzelne Person. Aus einem Mittelwert ein Ziel zu machen, ist ein Denkfehler: Die Hälfte aller gemessenen Kletternden lag darunter, die andere darüber, und beide klettern.
Werde ich besser, wenn ich abnehme?
Für die Leistung zählt Kraft im Verhältnis zum Körpergewicht — das lässt sich über beide Seiten des Bruchs verändern. Der Weg über weniger Essen hat aber einen Haken: Wenn dauerhaft weniger Energie zur Verfügung steht, als Training und Grundumsatz verbrauchen, leiden genau die Dinge, von denen Klettern lebt. Das Internationale Olympische Komitee fasst das unter dem Begriff RED-S zusammen, einem Syndrom aus gesundheitlichen und leistungsbezogenen Folgen eines zu niedrigen Energieangebots. Dokumentiert sind unter anderem sinkende Knochendichte, Veränderungen im Hormonhaushalt und eine geschwächte Abwehr. Kraftaufbau und Technik verbessern dasselbe Verhältnis, ohne diesen Preis.
Gelten für Frauen andere Grenzwerte?
In der Einteilung der WHO für Erwachsene nicht: Dieselben Grenzen gelten unabhängig vom Geschlecht. Der Kletter-Weltverband IFSC verwendete in seinem früheren Vorgehen unterschiedliche Auslösewerte — 18,5 bei Männern und 17,5 bei Frauen. Das waren keine Zielwerte, sondern Schwellen, ab denen die Athletin oder der Athlet und der nationale Verband informiert wurden. Seit Februar 2024 stützt sich der Verband nicht mehr auf einen einzelnen BMI-Wert.
Ich habe viel Muskelmasse — stimmt mein Wert trotzdem?
Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln, Fett und Knochen; er kennt nur Gewicht und Größe. Das österreichische Gesundheitsportal weist ausdrücklich darauf hin, dass Menschen mit hohem Muskelanteil einen hohen BMI haben können, ohne übergewichtig zu sein. Umgekehrt gilt dasselbe: Ein Wert im Normalbereich belegt nicht, dass die Energieversorgung stimmt. Der BMI ist als alleinige Maßzahl wenig aussagekräftig — das ist keine Kritik von außen, sondern steht so in der amtlichen Einordnung.
Wann sollte ich mit jemandem darüber sprechen?
Ein Wert unter 18,5 ist ein Anlass für eine ärztliche Abklärung, besonders bei ungewolltem Gewichtsverlust — der ist häufig ein Hinweis auf eine Erkrankung. Dasselbe gilt für ausbleibende Regelblutungen, häufige Infekte, schlechte Erholung, wiederkehrende Verletzungen oder anhaltende Müdigkeit. Und unabhängig von jeder Zahl: Wenn Gedanken an Essen, Gewicht oder Figur viel Raum einnehmen, ist das für sich genommen Grund genug. Die Hotline für Essstörungen der Wiener Gesundheitsförderung berät anonym und kostenlos unter 0800 20 11 20, Montag bis Donnerstag von 12 bis 17 Uhr.

Miss lieber das, woran du arbeiten kannst

Dein Gewicht sagt wenig darüber, wie du kletterst. Deine Begehungen sagen viel. In Chalkaholics trägst du sie ein und siehst über die Monate, wo du stärker wirst — Grade, Volumen, Konstanz. Das sind Zahlen, die sich durch Training bewegen lassen.

Quellen

Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Veröffentlichungen. Nichts davon ist geschätzt.

  1. World Health Organization: Obesity and overweight. Fact sheet.Formel des Body-Mass-Index, die Grenzwerte ab 25 für Übergewicht und ab 30 für Adipositas sowie die Einordnung des BMI als Hilfsgröße für den Körperfettanteil, die weitere Messungen nicht ersetzt.
  2. Gesundheitsportal Österreich (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz): Body Mass Index (BMI).Vollständige Einteilungstabelle für Erwachsene von Untergewicht bis Adipositas Grad III, der Hinweis, dass der BMI als alleinige Maßzahl wenig aussagekräftig ist und Körperzusammensetzung, Fettverteilung, Alter und Geschlecht ausblendet, sowie die Perzentilenkurven für Kinder und Jugendliche.
  3. Gesundheitsportal Österreich: Untergewicht – Mangelernährung.Abstufungen des Untergewichts unterhalb von 18,5 sowie die dokumentierten Folgen: verminderte Knochendichte bis zur Osteoporose, Veränderungen im Hormonhaushalt und der Regelblutung, geschwächtes Immunsystem, Blutarmut, verlangsamter Herzschlag. Dazu der Hinweis, dass ungewollter Gewichtsverlust häufig auf eine Erkrankung hindeutet.
  4. Joubert LM, Blunt Gonzalez G, Larson AJ (2020): Prevalence of Disordered Eating Among International Sport Lead Rock Climbers. Frontiers in Sports and Active Living 2:86.498 Sportkletternde aus 33 Ländern, Durchschnittsalter 32 Jahre; BMI-Mittelwerte 22,7 gesamt, 22,9 bei Männern und 21,9 bei Frauen. Anteil mit Anzeichen für gestörtes Essverhalten (EAT-26 ab 20 Punkten): 8,6 Prozent gesamt, 6,3 Prozent bei Männern, 16,5 Prozent bei Frauen und 42,9 Prozent bei den Frauen der beiden höchsten Leistungsklassen.
  5. Mountjoy M et al. (2023): 2023 International Olympic Committee’s (IOC) consensus statement on Relative Energy Deficiency in Sport (REDs). British Journal of Sports Medicine 57(17):1073–1097.Definition von RED-S als Syndrom gesundheitlicher und leistungsbezogener Folgen bei Frauen und Männern, ausgelöst durch ein zu niedriges Energieangebot im Verhältnis zum Verbrauch durch Training.
  6. International Federation of Sport Climbing (2024): New competition policy places IFSC at forefront of fight against REDs.Aufbau des Verfahrens aus Fragebögen, Gesundheitszeugnis des nationalen Verbands, stichprobenartigen Messungen bei Wettkämpfen und einer unabhängigen Kommission — sowie die Aussage der IFSC, dass ein einfacher BMI-Wert kein verlässliches Bild der Gesundheit liefert und ein Ausschluss allein auf dieser Grundlage die Rechte der Athletinnen und Athleten verletzen würde.
  7. Inside Climbing (2024): Learn How the IFSC is tackling RED-S in World Cup Climbing.Die früheren BMI-Auslösewerte von 18,5 bei Männern und 17,5 bei Frauen und die Folge einer Unterschreitung sowie die Bestandteile des neuen Verfahrens, darunter Knochendichtemessung und Blutwerte.
  8. Wiener Gesundheitsförderung: Hotline für Essstörungen.Anonyme und kostenlose Beratung für Betroffene und Angehörige unter 0800 20 11 20, Montag bis Donnerstag von 12 bis 17 Uhr, sowie per E-Mail an hilfe@essstoerungshotline.at.